Köln – irgendwie gut

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Die Frage, wo es denn nach dem Studium, nach der Ausbildung oder im Zuge einer beruflichen Neuorientierung hingehen soll, ist tatsächlich von vielen unterschiedlichen Faktoren abhängig – sicher von den grundlegenden beruflichen Optionen und Perspektiven, nicht zuletzt aber auch von ganz persönlichen Präferenzen. Denn während die einen etwa das beschauliche Landleben schätzen und für den jährlichen Kinobesuch gerne einmal eine längere Anreise in Kauf nehmen, möchten andere das großstädtische Flair einer Metropole auf keinen Fall missen. Im Zweifel ist der Kompromiss die Lösung – wohnen im Grünen, arbeiten in der Stadt. Natürlich ändern sich Prioritäten aber auch im Zeitverlauf, das heißt je nach Lebensabschnitt. Zum Beispiel dann, wenn der sich ankündigende Familiennachwuchs das allabendliche Um-die-Häuser-ziehen zweitrangig erscheinen lässt, oder Amors Pfeil die Richtung vorgibt. Legt man die Ergebnisse des deutschen Städterankings 2017 zugrunde, gewinnen die deutschen Großstädte jedenfalls zunehmend an Attraktivität, darauf weist zumindest ein steigender Wanderungssaldo hin.

Mehr als nur ein Gefühl

Dass Köln im Wettbewerb um die Gunst des Arbeit nehmenden Publikums eine gewichtige Rolle spielt, hat dabei aber nicht nur mit dem vielfach bemühten kölschen Lebensgefühl, dem reichhaltigen kulturellen Angebot und der lebensbejahenden Art der eingeborenen Bevölkerung zu tun. Es ist vielmehr die Mischung aus weichen und harten ökonomischen Faktoren, die die Anziehungskraft der Domstadt ausmacht. Denn die Metropole an Deutschlands längstem Fluss hat sich zu einem der bedeutendsten Wirtschaftszentren im Herzen Europas entwickelt. Sie blickt einerseits auf eine lange Tradition als Handelsstadt und Industriestandort (Chemie, Automobil) zurück, bietet aber auch namhaften Unternehmen aus dem Dienstleistungssektor (Handel, Versicherungen) und aus Zukunftsbranchen wie der Digitalwirtschaft, der Biotechnologie und den Life-Sciences eine Heimat. Köln ist zudem ein wichtiger Hochschul- und Wissenschaftsstandort mit international angesehenen Forschungseinrichtungen. Während die rund 100.000 Studierenden ihren Teil zum besonderen Flair der Stadt beitragen, entstehen an einer Vielzahl von Schnittstellen zwischen Wissenschaft und Wirtschaft fortlaufend neue, innovative Arbeitsplätze. Es wundert in diesem Zusammenhang nicht, dass die Kölner selber ihre Wirtschaft und ihre Stadt als Arbeitsort sehr schätzen – laut einer Regionalbefragung der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PWC gerade auch wegen der Branchenvielfalt und der Jobangebote.

Im Konzert der Großen

Apropos Attraktivität. Paris, London und Madrid waren bei jungen Menschen schon immer angesagt. Das überrascht jetzt nicht wirklich. Dass nun aber ausgerechnet Köln auf der Beliebtheits-Skala der Generation Y noch vor den drei großen europäischen Hauptstädten liegt, mag auf den ersten Blick dann doch verwundern. Nach einer Untersuchung Forbes & Nestpick, die das amerikanische Wirtschaftsmagazin Forbes in Zusammenarbeit mit dem Wohnungsvermittler „Nestpick“ im vergangenen Jahr durchgeführt hat, landet die rheinische Metropole in einem weltweiten Ranking der attraktivsten Städte für viele überraschend auf einem beachtlichen achten Rang – zwar hinter Berlin (2) und München (3), aber noch vor Hamburg, Frankfurt und sogar Weltstädten wie Tokio oder New York. Bewertet wurden insgesamt 16 Kriterien, die die Lebensqualität vor Ort widerspiegeln sollen. Es hat also offensichtlich etwas, dieses Köln, und das ist nicht nur unter touristischen Aspekten, sondern eben auch im Wettbewerb um junge, gut ausgebildete Fachkräfte ein Faustpfand.

Bildquelle: pixabay

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