Digitalisierung der Wirtschaft

HR im Zeitalter Vierpunktnull

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Der Countdown läuft – die Tage des noch nicht ganz hinter uns liegenden Jahres sind gezählt. Und das ist traditionell die Zeit für ein Resümee, oder aber für eine kleine Vorschau auf das, was uns im kommenden Jahr mutmaßlich erwartet. Während der Blick voraus einerseits ein Stück weit Raum für Spekulationen bietet, gibt es andererseits auch Themen, die nicht nur für 2017, sondern darüber hinaus als gesetzt betrachtet werden können. Die Digitalisierung unserer Wirtschafts- und Arbeitswelt ist – und da braucht es keine prophetischen Fähigkeiten – ganz sicher eines davon. Der Übergang von analoger zu digitaler Technik verläuft seit Jahren mit einer ausgesprochen hohen Dynamik, ob im Privaten, in der Freizeit oder im beruflichen Umfeld. Vor diesem Hintergrund sind Unternehmen aufgefordert, nicht nur ihre Prozesse, sondern im Zweifel auch ihr Geschäftsmodelle in Gänze zu hinterfragen.

HR als Gegenstand digitaler Transformation

Es liegt auf der Hand, dass in diesem Kontext auch HR auf den Prüfstand gestellt wird. Im Kern geht es darum, Bestehendes – Prozesse, Abläufe, Entscheidungsgrundlagen und Kommunikationsroutinen – mit den Möglichkeiten, aber auch Erfordernissen der „neuen“ digitalen Welt abzugleichen. HR wird an dieser Stelle selbst zum Gegenstand des digitalen Wandels. Die Bandbreite des grundsätzlich Denk- und Machbaren, ist dabei ausgesprochen vielfältig. Sie reicht vom digitalisierten internen Informationsaustausch, über die Nutzung von Social Media im Rahmen des Active Sourcing bis hin zum weitestgehend datenbasierten Human Ressource Management. Letzteres basiert auf dem Grundgedanken, dass sich HR die heute verfügbaren Datenvolumina systematisch und strukturiert bei der Entscheidungsfindung zu Nutze macht. Dabei geht es dann im Zweifel auch nicht mehr nur um Personalstammdaten oder externe Arbeitsmarktdaten, sondern um automatisch generierte Informationen zum Mitarbeiterverhalten. Denn wir alle hinterlassen vielfältige Datenspuren nicht nur in der privaten digitalisierten Welt, sondern auch als Mitarbeiter in der Folge beruflicher Aktivitäten – etwa beim Verschicken von Mails, beim Abruf von Dokumenten oder beim Besuch von Internetseiten. Spätestens hier geht es bei der Datennutzung dann aber nicht mehr um eine Frage des technisch Machbaren, sondern des ethisch Vertretbaren.

Wo auch immer der Weg im Einzelfall hinführt, ganz offensichtlich besteht in puncto Digitalisierung von HR Nachholbedarf. Darauf deuten zumindest die Ergebnisse einer Studie hin, die von der Unternehmensberatung Promerit durchgeführt wurde. Demnach haben sich zwar schon über die Hälfte der befragten HR-Abteilungen auf den Weg gemacht, aber gerade bei der Digitalisierung der eigenen Prozesse gibt es doch wohl noch einigermaßen Luft nach oben.

HR als Gestalter des Wandels

Während die Digitalisierung also auch den Kern des HR-Geschäfts tangiert, spielt das Personalmanagement bei der Transformation von Unternehmen in die digitale Welt von morgen grundsätzlich eine ganz zentrale Rolle – Kompetenzentwicklung heißt das Schlüsselwort. Denn motivierte und ausreichend qualifizierte Mitarbeiter werden an dieser Stelle zum erfolgskritischen Faktor. Dies gilt umso mehr, als dass die Informationstechnik immer weiter in Berufe und Tätigkeitsfelder eindringt, die bislang nicht unbedingt durch eine besonders hohe IT-Affinität aufgefallen sind.

So hat auch eine im September dieses Jahres vorgestellte Studie des Fraunhofer-Instituts für Arbeitswirtschaft und Organisation (IAO) gezeigt, dass erfolgreiche Unternehmen im digitalen Wandel auf den Personalbereich als wichtigen strategischen Partner setzen. Entscheidend ist den Befragungsergebnissen zufolge eine Abstimmung zwischen Personal- und Fachbereichen sowie die Umsetzung passgenauer Maßnahmen zur Kompetenzentwicklung.

Unternehmen sind nicht zuletzt auch deswegen in besonderem Maße auf eine kontinuierliche Fort- und Weiterbildung ihrer Belegschaft angewiesen, weil das Angebot entsprechend qualifizierter Kandidaten auf dem Arbeitsmarkt perspektivisch eher noch knapper wird.

Quelle Beitragsbild: Pixabay

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